Geschichte

Der Beginn

Am 4. November 1907 wurde der Kindergarten der Gemeinde St. Ludwig von den Elisabethschwestern gegründet. Anfangs hieß er „Sankt-Carolus-Bewahrschule“, so wie viele Kindergärten in dieser Zeit „Bewahranstalten“ genannt wurden. Damals standen den Eltern fünfunddreißig Plätze zur Verfügung. Die Ordensschwestern passten Hauben prägten das Bild des Kindergartens. Als im November 1943 eine Brandbombe nachts das Pfarrhaus zerstörte, brannten auch die Räume des Kindergartens nieder. Die Kinder wurden daraufhin an verschiedene Orte außerhalb Berlins evakuiert, der Kindergarten selbst blieb bis Kriegsende geschlossen. Wann genau der Kindergarten wieder eröffnet wurde, ist nicht ganz sicher. Ab Juni 1945 – das weiß man aus einem „Tätigkeitsbericht“ – war zumindest eine Kindergartenschwester wieder vor Ort. Und spätestens ab 1947 besuchten täglich 45 Kinder den Kindergarten St. Ludwig, der nun von einer Ordensschwester und einer pädagogischen Hilfskraft geleitet wurde.

Von 1945 bis 2000

Es dauerte eine Weile, bis der Kindergarten St. Ludwig seinen endgültigen Standort gefunden hatte: erst im Januar 1959 zog er in das neu erbaute Haus St. Ludwig um, in dem sich bis heute Kindergarten und auch das Pfarramt der Gemeinde St. Ludwig befinden. Inzwischen war die Kinderschar enorm angewachsen – seit 1955 war an den Kindergarten ein Hort angeschlossen worden. Neunzig Kindergartenkinder und sechzig Hortkinder tobten nun täglich auf dem Hof. Die Elisabethschwestern leiteten noch mehr als drei Jahrzehnte nach Kriegsende den Kindergarten und Hort St. Ludwig. Ihnen verdankt der Kindergarten viel. Es waren Schwestern wie Schwester M. Stephana, Schwester M. Amalie, Schwester M. Irmtrud und Schwester M. Agnes, die sich viele Jahre aufopfernd um die Kinder kümmerten. Am 31. Juli 1979 gaben die Ordensschwestern die Leitung des Kindergartens ab. Zum ersten Mal hatte der Kindergarten eine Leiterin, die kein Gelübde abgelegt hatte.

Im Jubiläumsjahr

Zur Überraschung der Statistiker stellte sich heraus, dass nicht nur der Prenzlauer Berg zuletzt einen enormen Geburtenanstieg erlebt hatte. Auch in Charlottenburg-Wilmersdorf kamen 2007 deutlich mehr Kinder zur Welt. „Babyboom in der City-West“, titelte daraufhin der Tagesspiegel. Besonders die Gegend um den Ludwigkirchplatz wird für Familien immer attraktiver. Jahr für Jahr steigen deshalb auch die Anmeldungen im Kindergarten St. Ludwig. Wie gut also, dass pünktlich zum hundertjährigen Jubiläum der Kindergarten St. Ludwig ein neues Gesicht bekommen hat. Nach einem Jahr Umbau wurde 2008 der erweiterte und komplett sanierte Kindergarten eröffnet. Jetzt haben hundert Kita-Kinder viel Platz zum Lernen, Spielen, Toben. Die Kita-Leitung steht zusammen mit ihrem Erzieherteam völlig neuen anderen Aufgaben gegenüber als vor hundert Jahren die Elisabethschwestern. Die Ansprüche an einen Kindergarten sind im Lauf der Zeit sehr gestiegen – aus einer Bewahranstalt ist eine fröhliche Bildungsanstalt geworden.

 

Und hier einige Bilder zur Geschichte:

   

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